Bahnhof Ehrenfeld2020

Wandmalerei am Bahnhof in Köln Ehrenfeld - Das schöne Gegenstück zu den vielen unsäglichen Schmierereien in der Stadt.


CORONA Informationen gibt es hier:

 

Tropeninstitut Hamburg - Fragen

Johns-Hopkins-Universität - Statistik

Robert-Koch-Institut - Deutschland

Stadt Köln - Corona

 

Rohdaten zur eigenen Auswertung stellt auch die »ECDC« (Europäisches Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten) unter der Rubrik »Data« zur Verfügung: https://www.ecdc.europa.eu/en/coronavirus


 

 

Als ich JWG in Ilmenau traf ... erzählte er mir eine Legende.


LEGENDE

Als noch, verkannt und sehr gering, | Unser Herr auf der Erde ging
Und viele Jünger sich zu ihm fanden, | Die sehr selten sein Wort verstanden,
Liebt’ er sich gar über die Maßen, | Seinen Hof zu halten auf der Straßen,
Weil unter des Himmels Angesicht | Man immer besser und freier spricht.
Er ließ sie da die höchsten Lehren | Aus seinem heiligen Munde hören;
Besonders durch Gleichnis und Exempel | Macht’ er einen jeden Markt zum Tempel.

So schlendert' er in Geistes Ruh | Mit ihnen einst einem Städtchen zu,
Sah etwas blinken auf der Straß, | Das ein zerbrochen Hufeisen was.
Er sagte zu Sankt Peter drauf | "Heb doch einmal das Eisen auf!"
Sankt Peter war nicht aufgeräumt, | Er hatte soeben im Gehen geträumt,
So was vom Regiment der Welt, | Was einem jeden wohlgefällt:
Denn im Kopf hat das keine Schranken; | Das waren so seine liebsten Gedanken.
Nun war der Fund ihm viel zu klein, | Hätte müssen Kron und Zepter sein;
Aber wie sollt er seinen Rücken | Nach einem halben Hufeisen bücken?
Er also sich zur Seite kehrt | Und tut, als hätt er’s nicht gehört.

Der Herr, nach seiner Langmut, drauf | Hebt selber das Hufeisen auf
Und tut auch weiter nicht dergleichen. | Als sie nun bald die Stadt erreichen,
Geht er vor eines Schmiedes Tür, | Nimmt von dem Mann drei Pfennig dafür.
Und als sie über den Markt nun gehen, | Sieht er daselbst schöne Kirschen stehen,
Kauft ihr’ so wenig oder so viel, | Als man für einen Dreier geben will,
Die er sodann nach seiner Art | Ruhig im Ärmel aufbewahrt.

Nun ging’s zum andern Tor hinaus, | Durch Wies und Felder ohne Haus,
Auch war der Weg von Bäumen bloß; | Die Sonne schien, die Hitz war groß,
So daß man viel an solcher Stätt | Für einen Trunk Wasser gegeben hätt.
Der Herr geht immer voraus vor allen, | Läßt unversehens eine Kirsche fallen.
Sankt Peter war gleich dahinter her, | Als wenn es ein goldner Apfel wär;
Das Beerlein schmeckte seinem Gaum. | Der Herr, nach einem kleinen Raum,
Ein ander Kirschlein zur Erde schickt, | Wornach Sankt Peter schnell sich bückt.
So läßt der Herr ihn seinen Rücken | Gar vielmal nach den Kirschen bücken.
Das dauert eine ganze Zeit. | Dann sprach der Herr mit Heiterkeit:
„Tätst du zur rechten Zeit dich regen, | Hättst du’s bequemer haben mögen.
Wer geringe Ding wenig acht’, | Sich um geringere Mühe macht.“

(Johann Wolfgang Goethe)