Ikonen-Museum

Zwei Dinge waren für mich als Laie ganz neu:

1.  Bei Ikonen handelt es sich - einfach gesagt - um möglichst genaue Kopien eines Urbildes und

2.  in Recklinghausen befindet sich eines der bedeutendsten Museen zu diesem Thema nördlich der Alpen! Sogar mit entsprechender Forschung.


Es geht also grundsätzlich darum, eine Vorlage zu kopieren, die zum Beispiel die Gottesmutter Maria so zeigt, wie sie ursprünglich ausgesehen haben soll, wie das ursprüngliche Muster sie zeigt. In der spätantiken figürlichen Malerei mit Totenbildnis, Kaiserbildnis und Götterbildnis, so habe ich es verstanden, sind die Urfassungen der Ikonen entstanden.

Zwischen den russisch und den griechisch orthodoxen Glaubensrichtungen zum Beispiel bestehen unterschiedliche Ausgangsbilder, die man vielleicht als »Stilrichtungen« bezeichnen kann. Auch ist das Motiv keineswegs auf Maria mit dem Jesuskind und den beiden Erzengeln festgelegt, es werden überwiegend Christus-Ikonen gemalt und auch Personen aus dem Alten Testament können »zur Ikone« werden. Warum das so ist und es so strenge Vorgaben bei der Ikonenmalerei gibt, beantwortet sich für mich durch den Zweck: es handelt sich für die Besitzer weniger um Kunstgegenstände als vielmehr um Kult- und Heiligen-Bilder! Der Gläubige lässt eine Ikone anfertigen, um sie daheim aufzustellen und sie zu verehren. Meist werden sie mit Kostbarkeiten (Edelsteinen, Gold und Silber) bestückt. So ist auch zu verstehen, dass wenn eine Ikone unansehnlich geworden ist, der Gläubige diese (zum Entsetzen aller Kunstliebhaber und -sammler!) einfach entsorgt und eine neue in Auftrag gibt.

Ich kann sagen, der Besuch des Ikonen-Museums in Recklinghausen, das es seit 1955! gibt, hat sich gelohnt. Heute sehe ich Ikonen mit ganz anderen Augen. Und Ikonen treffen wir auch im christlichen Abendland fortwährend an.

Zuletzt aktualisiert am 02.10.2019

IKONEN-MUSEUM      Wikipedia

 

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